GRÜNE besuchen Oberschule Augustfehn

Am vergangenem Mittwoch haben die Aper Grünen die Oberschule Augustfehn besucht, um sich über die Erfahrungen des ersten Halbjahres als Oberschule zu informieren.

Vor dem Hintergrund, dass die HRS Augustfehn schon ein Zusammenschluss aus Haupt- und Realschule war, und damit schon ein Zusammenleben der beiden Schulformen unter einem Dach gegeben war, stellt die Oberschule (ohne gymnasialem Zweig) einen kleinen Schritt auf dem Weg zu einer IGS dar. Seit Schuljahresbeginn 2011 ist es möglich, die Haupt- und RealschülerInnen nicht nur unter einem Dach, sondern auch in einer Klasse zu unterrichten.

Dies erforderte in vielen Bereichen deutliche Umstrukturierungen und ein Umdenken der Pädagogen. Herr Behrens, Teamleiter Oberschule, gab engagiert Auskunft über die Umsetzung der Oberschule zunächst in Klasse 5. So gibt es vier Oberschulklassen im 5. Jahrgang, für die in den Hauptfächern Deutsch und Mathe fünf Lehrkräfte zur Verfügung stehen. Damit ist gewährleistet, dass eine Binnendifferenzierung im Unterricht stattfindet: Die leistungsschwächeren SchülerInnen werden entsprechend individuell gefördert um Defizite aufzuarbeiten, die leistungsstärkeren SchülerInnen können gleichzeitig weiter gefordert werden.

Die Oberschule Augustfehn bietet nicht nur die nach Erlass des Kultusministeriums vorgesehenen 29 Unterrichtsstunden pro Woche an, sondern hat ihr Angebot auf 31 Wochenstunden erweitert. So nehmen die SchülerInnen nachmittags am Förder- bzw. Forderunterricht teil, weiterhin gibt es auch Kreativangebote wie Sport-, Kunst- und Technikkurse. Die Schulleitung hat sich damit vom Ganztagsgedanken, der auch in einer IGS eine entscheidende Rolle spielt, leiten lassen.

Ein großer Wermutstropfen ist bei diesem reichhaltigen Angebot als teilgebundene Ganztagsschule jedoch, dass der Schulträger (Gemeinde Apen) dafür keine zusätzlichen finanziellen Mittel zur Verfügung stellt. So werden für den Nachmittagsbereich derzeit Mittel von dem ohnehin schon schmal ausgestatteten Vormittagsbereich abgezogen, was natürlich unter den Lehrkräften für Unmut sorgt. Hier stellt sich die Frage, wie viel uns allen eine gute Schulbildung wert ist. Ist sie weniger wert als z.B. großzügig ausgebaute Straßen oder gar ein Gemeinde-Homepage-Projekt für geplante 10.000 EUR?

Auch die Landesregierung wird aufgefordert, Nachbesserungen in der Ausstattung der Schulen durchzuführen. Hier müssen vor allem die Klassen verkleinert und deutlich mehr Lehrerstunden zur Verfügung gestellt werden. Mit bis zu 28 SchülerInnen ist ein erfolgreicher binnendifferenzierter Unterricht nicht möglich. Eine Reduzierung auf maximal 18 bis 20 SchülerInnne ist eine Mindestforderung, wünschenswert und besser wären Klassengrößen von bis zu 16 SchülerInnen.

Ein sehr wichtiger Aspekt für eine gut funktionierende selbstverwaltende Schule ist das Sekretariat, das vor allem Verwaltungsaufgaben zu leisten hat. Hier bemängelt der Schulleiter, Herr Dr. Drabent, dass für die Oberschule lediglich eine halbe (schlecht bezahlte!) Stelle für das Sekretariat zur Verfügung steht. Anzustreben ist eine volle Funktionsstelle, die vom Land finanziert wird.

Grundsätzlich lehnen wir Grünen die Oberschule als unausgegorene „Light-Version“ der IGS ab. Auch als Zwischenlösung bringt es unsere Bildungspolitik nicht weiter. In Apen sind wir dennoch von dem Engagement der Schulleitung und der Lehrkräfte beeindruckt und werden die Oberschule Augustfehn auf ihrem Weg zu einer IGS nach Kräften unterstützen.

 

Anja Deutsch, Sprecherin der Aper GRÜNEN