Brennpunkt Schulpolitik!

Gebundene Ganztagsschulen!

Immer mehr gesellschaftliche Aufgaben sollen heute von den Schulen übernommen werden:

  • Bildung für immer komplexere berufliche Herausforderungen
  • Vermittlung von "Schlüsselqualifikationen"
  • soziales Training
  • individuelles Fördern und Fordern
  • Ermutigung für Benachteiligte

Dazu benötigen SchülerInnen und Lehrkräfte ausreichend Zeit miteinander, um in einer guten Atmosphäre diese Aufgaben gemeinsam zu bewältigen. Wir setzen uns dafür ein, flächendeckend gebundene Ganztagsschulen einzurichten und diese natürlich auch entsprechend mit Lehrerstunden zu versorgen.

Daneben brauchen gute Schulen deutlich mehr pädagogische MitarbeiterInnen, einen ausgebauten schulpsychologischen Dienst und ein permanentes Supervisionsangebot für alle pädagogischen Kräfte an unseren Schulen, um den Burn-out-bedingten hohen Krankenstand an unseren Schulen zu verringern und den Kindern ein qualifiziertes Bildungsangebot anzubieten!

Das heutige Angebot freiwilliger Ganztagsbeschulung reicht dazu keinesfalls aus, da insbesondere die Kinder mit einem besonderen Förderbedarf dieses Angebot oftmals nicht wahrnehmen. Der aktuelle Beschluss der Landesregierung, aus Kostengründen sogar die bisher gut arbeitenden Vollen Halbtagsgrundschulen (als erster Schritt zur Ganztagsbeschulung) im kommenden Jahr zu zerschlagen, geht natürlich erst recht in die völlig falsche Richtung! Als GRÜNE sind wir solidarisch mit allen, die aktuell dafür kämpfen, ihre Vollen Halbtagsgrundschulen zu erhalten! Aktuelle Infos dazu im Blog hier

Gemeinsames Lernen in einer IGS

In Oldenburg gibt es bereits 2 sehr erfolgreiche Integrierte Gesamtschulen (die Helene-Lange-Schule und die IGS Flötenteich, für eine dritte wird gerade gekämpft. Im Ammerland dagegen verhindern Kreisverwaltung und Kreistagsmehrheit aus CDU, FDP und UWG Rastede bisher die Einrichtung einer ersten IGS, obwohl es insbesondere in Westerstede und Wiefelstede schon seit längerem starke politische Initiativen für ein solches Modell gibt.

Bisher weigerte sich der Landkreis sogar - unter Verweis auf den sehr restriktiven Erlaß aus dem Kultusministerium - die obligatorische Elternbefragung durchzuführen. Dies nahmen die Eltern jetzt höchst erfolgreich selbst in die Hand. Der Kreiselternrat Ammerland hat über die Grundschulen alle Eltern der Grundschulkinder (und über die Kindergärten auch die der Kindergartenkinder) um ihre Meinung befragt. 38,24 % aller Eltern der Grundschulkinder haben sich beteiligt (das ist mehr als repräsentativ!) und davon haben sich 63,72  für eine Beschulung ihrer Kinder an einer IGS ausgesprochen, in Westerstede und Apen/Augustfehn sind es sogar mehr als 73 %, die eine IGS fordern. Dies sind beeindruckende Zahlen, die nun hoffentlich auch die Kreistagsmehrheit zum Einlenken bringen werden! Das Thema wird das Ammerland also sicherlich noch einige Zeit beschäftigen, bis es auch hier zu der längst überfälligen Modernisierung der Schullandschaft kommen wird.

Dass dabei vor allem ideologische Barrieren bei CDU und FDP zu überwinden gilt, zeigt die unlängst vom Kabinett beschlossene Zwangseinführung des "Turboabiturs" auch an den IGS in Niedersachsen - ein weiterer Schachzug der Landesregierung gegen die überall erstarkende Gesamtschulbewegung, den wir GRÜNEN kategorisch ablehnen!

Welche Vorteile bietet eine IGS gegenüber dem 4-gliedrigen Schulsystem?

  • eine gemeinsame Schule für alle Kinder - kein Schulwechsel mehr nötig, weniger Selektionsdruck in der Grundschule
  • schulformübergreifende Lehrerteams bringen verschiedene Kompetenzen zugunsten aller SchülerInnen ein
  • alle Abschlüsse sind an einer Schule möglich, fats kein Kind verlässt die Schule mehr ohne Abschluss
  • innere Differenzierung in den Jahrgangsklassen wird möglich
  • kein Sitzenbleiben mehr, das verringert Versagensängste
  • ...

Viele weitere Informationen zur Gesamtschule finden sich im Jesteburger Bildungsblog hier.

Gemeinsamer Unterricht für behinderte und nicht behinderte Kinder - Förderschulen sollen schrittweise abgeschafft werden

Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf sollen künftig nicht mehr besondere Förderschulen besuchen, sondern weitgehend in das Regelschulsystem integriert werden. Die integrative Beschulung steht zwar seit Jahren im Schulgesetz, aber nicht einmal 5% der förderbedürftigen Schülerinnen in Niedersachsen besuchen Integrationsklassen. Damit ist Niedersachsen bundesweites Schlusslicht. Wir wollen einen Rechtsanspruch auf integrative Beschulung, damit der unwürdige Bettelgang der Eltern um einen Integrationsplatz endlich ein Ende hat.

Die Bundesregierung hat sich mit der Ratifizierung der UN-Konvention über die Rechte der Menschen mit Behinderungen im vergangenen Dezember verpflichtet, ein integratives Schulsystem zu schaffen. Da dies bisher in Niedersachsen noch in keiner Weise umgesetzt wurde, hat die GRÜNE Landtagsfraktion im Januar 2009 einen entsprechenden Gesetzesentwurf in den Landtag eingebracht.

Ab 2010 sollen die Förderschulen schrittweise in die Regelschulen integriert werden. Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf in den Bereichen Lernen, Sprache sowie emotionale und soziale Entwicklung sollten dann nicht mehr auf Förderschulen überwiesen werden. Auch Schülerinnen und Schüler, die einer besonderen Förderung in den Bereichen geistige, motorische und körperliche Entwicklung sowie Hören oder Sehen bedürften, sollten in der Regel gemeinsam mit nichtbehinderten Kindern unterrichtet werden. Nur auf besonderen Wunsch der Eltern solle für sie Unterricht auch in einer besonderen Förderschule möglich sein.

Dass Kinder in gesonderten Schulen nicht so gut vorankommen wie in leistungsgemischten Gruppen ist inzwischen in zahlreichen Studien belegt, wenn diese Kinder in Spezialschulen ausgesondert werden, wird dagegen ihr Selbstbild dauerhaft beeinträchtigt und ihre gesellschaftliche Ausgrenzung verfestigt.

Die in den Förderschulen vorhandenen Ressourcen für die sonderpädagogische Förderung sollten - auch bei zurückgehenden Schülerzahlen - vollständig erhalten und auf die Regelschulen übertragen werden. Dazu sollen künftig zusätzlich auch die kommunalen Beratungs- und Unterstützungsdienste der Jugendhilfe, des Gesundheitsdienstes, des Kommunalen Sozialdienstes, der Jugend- und Familienberatung und der Kinder- und Jugendpsychiatrie direkt an den Schulen angesiedelt werden, um für Lehrkräfte, Schüler und Eltern niedrigschwellige Unterstützung anbieten zu können.



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